In den USA hat die Bundespolizei FBI eine von fundamentalistischen Christen geformte Miliz ausgehoben, die sich selbst Hutaree nennen. Die Miliz wird der Verschwörung gegen die Regierung verdächtigt. Die Hutaree trainierten offenbar für Anschläge auf US-Polizisten, mit dem Ziel einen Aufstand gegen die US-Regierung auszulösen.
Die US-Ermittlungsbehörden haben nach eigenen Angaben eine Verschwörung militanter Christen gegen die Regierung aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft in Detroit erhob am Montag Anklage gegen neun mutmaßliche Mitglieder der radikalen Gruppe Hutaree. Die acht Männer und eine Frau sollen seit 2008 regelmäßig mit Waffen trainiert und den Bau von Sprengsätzen geübt haben. Die Gruppe habe geplant, voraussichtlich im April einen Polizisten zu töten und dann bei dessen Beerdigung Bomben zu zünden, heißt es in der Anklageschrift.
Hutaree habe geglaubt, auf diese Weise „einen Aufstand gegen die Regierung“ anzetteln zu können. Acht der neun Angeklagten waren am Wochenende bei Razzien der Bundespolizei FBI in den US-Staaten Michigan, Indiana und Ohio festgenommen worden. Der neunte wurde erst nach der Anklage-Erhebung am Montagabend in Michigan gefasst, wie das FBI mitteilte.
US-Justizminister Eric Holder nannte die Festnahmen „einen Schlag gegen eine gefährliche Organisation, die heute einer Verschwörung beschuldigt wird, Krieg gegen die Vereinigten Staaten zu führen“.
Das FBI hat nach eigenen Angaben kaum Hinweise auf eventuelle Nachahmungstäter. Es gebe zwar im Internet einen regen Meinungsaustausch zu den Festnahmen und auch einige Sympathiebekundungen für die Verhafteten, hießt es in einem Rundschreiben des FBI an die Polizeidienststellen in den USA, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Hinweise auf Trittbrettfahrer gebe es aber nur wenige.
Dienstag, 30. März 2010
Freitag, 19. März 2010
US-Tankflugzeuge Russischer Konzern will in Rennen um Millardendeal einsteigen
Washington - Das mehrheitlich dem russischen Staat gehörende Unternehmen bereite gemeinsam mit einem US-Partner ein Angebot vor, sagte ein für UAC tätiger Anwalt der Nachrichtenagentur AFP in New York. Am Montag solle die Kooperation der Öffentlichkeit vorgestellt werden. UAC wurde 2006 während der Amtszeit des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin gegründet.
Bei der Ausschreibung des US-Verteidigungsministeriums geht es um den Bau von 179 Tankflugzeugen für 35 Milliarden Dollar (umgerechnet 25,8 Milliarden Euro). Bislang liegt dem Pentagon nur ein Angebot des US-Flugzeugbauers Boeing vor. Der europäische Konkurrent Airbuserwog am Freitag allerdings einen Wiedereinstieg in das Bieterrennen, nachdem die US-Regierung signalisiert hatte, die Frist der Ausschreibung möglicherweise zu verlängern.Die Airbus-Mutter EADS und ihr US-Partner Northrop Grumman hatten sich vergangene Woche aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Als Grund gaben sie an, dass die Ausschreibung des Pentagon klar auf Boeing zugeschnitten sei. Dies hatte in Europa Empörung ausgelöst, den USA wurde Protektionismus vorgeworfen.
Der Milliarden-Auftrag des Pentagon hat eine lange Vorgeschichte: Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen, in einem zweiten Verfahren setzten sich EADS und Northrop Grumman durch. Beide Vergabeverfahren wurden allerdings annulliert, der Auftrag jeweils neu ausgeschrieben.
Wahl der Volkskammer vor 20 Jahren: Gewählt, um sich abzuschaffen
Das Datum ist historisch: 18. März 1990. An diesem Tag konnten die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte ihres Landes ihr Parlament, die Volkskammer, frei wählen. Ein "Triumph über Demagogie" sei die Abstimmung gewesen, sagte der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Mazière am Donnerstag während einer Feierstunde des deutschen Bundestages und würdigte sie als "Plebiszit zur deutschen Einheit."
Die Wahlbeteiligung von 94 Prozent mutet an, wie zu dunkelsten DDR-Zeiten – war in Wirklichkeit aber Signal des demokratischen Aufbruchs. Vor allem der Druck der damaligen Oppositionsparteien ermöglichte den historischen Urnengang, bei dem sich 19 Parteien und fünf Listenverbindungen zur Wahl stellten.
Das Ergebnis war eindeutig: 48 Prozent entschieden sich für die vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl unterstützte "Allianz für Deutschland". Ein klares Votum für die schnelle Einführung der D-Mark und die baldige Verwirklichung der Einheit. Dagegen kam die aus der SED hervorgegangene PDS lediglich auf 16 Prozent.
97 Prozent Volkskammer-Neulinge
Zweieinhalb Wochen später, am 5. April 1990, versammelten sich die insgesamt 409 Abgeordneten erstmals wie ihre Vorgänger im Palast der Republik zur ersten Sitzung. An ihrer Spitze stand die CDU-Politikerin und Ärztin Sabine Bergmann-Pohl als Präsidentin. 97 Prozent der damaligen Abgeordneten waren damals Volkskammer-Neulinge. Acht von ihnen – darunter Wolfgang Thierse und Gregor Gysi - sitzen noch heute im Bundestag.
Das neue Parlament unterschied sich auch in Sachen Arbeitspensum vor seinen Vorgängern: Während der SED-Diktatur hatte die Volkskammer nur zwei- bis dreimal pro Jahr getagt, um die Beschlüsse der Staats- und Parteiführung abzunicken. Dagegen stellte das letzte DDR-Parlament historische Weichen: Es beschloss den Vertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, den Einheitsvertrag sowie, am 23 August 1990, den Beitritt zur Bundesrepublik.
38 Sitzungen, mehr als 150 Gesetze
Insgesamt absolvierten die Abgeordneten 38 Plenarsitzungen, in denen mehr als 150 Gesetze verabschiedet wurden. Eines der "fleißigsten Parlamente in der deutschen Geschichte" sei die letzten Volkskammer gewesen, sagte de Mazière bei der Feierstunde in Berlin. Es sei zwar nicht immer professionell gearbeitet worden, "aber immer authentisch und ehrlich." Den Optimismus und die Fröhlichkeit aus dieser Zeit wünsche er sich auch heut für den Bundestag.
Die frei gewählte DDR-Volkskammer existierte letztendlich nur wenige Monate. Das Parlament war gewählt worden, um sich als einer der Wegbereiter für die deutsche Einheit selbst überflüssig zu machen. Und löste sich am 2. Oktober 1990, einen Tag vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik selber auf.
Mittwoch, 17. März 2010
Kein Recht auf Feiertagszuschlag am Ostersonntag
Wer am Ostersonntag arbeitet, hat keinen Anspruch auf Feiertagszuschlag. Denn der Ostersonntag ist kein gesetzlicher Feiertag. Mit diesem Hinweis hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt eine Klage von Beschäftigten einer Großbäckerei in Niedersachsen abgewiesen. Sie hatten mehrere Jahre für ihre Arbeit am Ostersonntag von ihrem Arbeitgeber den im Manteltarifvertrag vereinbarten Feiertagszuschlag von 175 Prozent erhalten; 2007 stand dann nur noch der niedrigere Sonntagszuschlag (75 Prozent) auf dem Lohnzettel. Dagegen zogen sie vor Gericht. Das Bundesarbeitsgericht wies die Klage ab. (Az. 5 AZR 317/09)
26 Gigapixel Paris! Größtes Foto der Welt lädt zur Online-Städtetour
Nach einem Besuch der Internetseite www.paris-26-gigapixels.com stellt sich schon die Frage, warum man überhaupt noch für viel Geld selbst nach Paris fahren sollte. Auf einem gigantischen Digitalfoto haben die beiden Fotografen Arnaud Frich und Martin Loyer mit ihrem Team die französische Hauptstadt in nie dagewesener Detailtreue abgebildet.
Frich und Loyer setzten mit einem Stitching-Programm an einem leistungsstarken Computer die Fotos zusammen, das Gesamtbild besteht aus 138 mal 17 Bildern und hat nach Angaben der Macher eine Größe von etwa zwei Fußballfeldern. Ein paar Änderungen per Photoshop waren noch nötig. "Unser Anwalt hatte die gute Idee, alle Details zu verändern, die als Eindringen in die Privatsphäre gesehen werden könnten", schreibt Projekt-Mitarbeiter Alexandre Jenny im Blog auf der Seite. Deshalb seien Autokennzeichen und Gesichter von Passanten unkenntlich gemacht worden.
Bei der Gelegenheit wurden dann noch ein paar "Easter Eggs" eingebaut: Wer genau hinschaut, kann unter anderem eine Pistole, eine Schildkröte sowie zwei Ufos am Himmel über Paris entdecken. Schließlich geht es darum, das größte Foto der Welt zusammenzubasteln, nicht das realistischste.
Auch wenn ein solches Bild den Darstellungen etwa von Google Earth überlegen ist - vieles kann es wegen des feststehenden Blickwinkels nicht zeigen. Beim Arc de Triomphe versperren viele Häuser die Sicht, so dass man nur einen Teil des Bauwerks sehen kann. Dafür entschädigen andere Details, die man bei einem Spaziergang durch die Straßen nicht wahrnehmen würde - zum Beispiel die enorme Anzahl höchst fotogener roter Schornsteine über den Dächern.
Lanxess zeigt sich nach Gewinnsprung zuversichtlich
Nach einem Gewinnsprung im vierten Quartal hält der Chemiekonzern Lanxess die größte Branchenkrise seit Jahrzehnten nun für weitgehend überwunden.
"Insbesondere aus China und Indien kommen weiter zunehmend positive Wachstumssignale, vor allem im Kautschuk-Bereich", erklärte Konzernchef Axel Heitmann zur Bilanzvorlage am Mittwoch in Köln. Im Schlussquartal war der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) wie von Analysten erwartet um 66 Prozent auf 144 Millionen Euro gestiegen. Dennoch will Lanxess weiter sparen - wenn auch nicht an der Dividende: Die Gewinnbeteiligung für 2009 soll bei 50 Cent je Aktie bleiben.
An der Börse rutschte die im Nebenwerte-Index MDax dennoch um 2,67 Prozent ab auf 30,85 Euro. Händler begründeten das mit Gewinnmitnahmen, nachdem der Titel in den vergangenen zwei Wochen noch rund acht Prozent zugelegt hatte.
LANXESS PROFITIERT VON KALTEM WINTER
Neben einem starken Asiengeschäft half eine hohe Nachfrage nach Winterreifen in Europa und Nordamerika. Lanxess ist weltweit die Nummer eins unter den Herstellern von synthetischem Kautschuk. Doch trotz des guten Schlussquartals hinterließ die Wirtschaftskrise in den Zahlen für das Gesamtjahr 2009 deutliche Spuren: Der bereinigte operative Gewinn brach um 36 Prozent auf 465 Millionen Euro ein, der Umsatz um 23 Prozent auf 5,06 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Jahresüberschuss von 40 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war der Gewinn mit 183 Millionen Euro mehr als viermal so hoch.
Lanxess-Chef Heitmann zog dennoch eine positive Bilanz: "Lanxess hat den Belastungstest gut bestanden." Für das neue Jahr stimme der Verlauf des ersten Quartals zuversichtlich. "Wir erwarten für 2010 ein deutlich verbessertes Ergebnis gegenüber 2009, auch wenn zur Zeit noch kein selbst tragender Aufschwung erkennbar ist", sagte der Manager. Die Rohstoffkosten seien zuletzt gestiegen. Dennoch will Lanxess in diesem Jahr seine Kosten um 140 Millionen Euro senken, nachdem im vergangenen Jahr 170 Millionen Euro eingespart wurden. Der Konzern beschäftigte Ende Dezember 14.338 Mitarbeiter, gut drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Linde: „Die Post geht ab in Asien“
Der Vorstandschef des Industriegase-Herstellers Linde Wolfgang Reitzle zeigt sich begeistert über den Rückenwind aus Asien. Linde will Umsatz und Gewinn in diesem Jahr wieder steigern. Reitzle: „Die Post geht ab in Asien“.
Mit Rückenwind aus Asien will der Industriegase-Hersteller Linde Umsatz und Gewinn in diesem Jahr wieder steigern. In Europa und Amerika sei die Nachfrage noch „nicht berauschend, in Asien wachsen wir im Moment mit 20 Prozent plus. Die Post geht ab in Asien!“ sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle am Mittwoch in München. Der Anlagenbau schwächelt weiter, aber die Gassparte dürfte ein Rekordergebnis einfahren „Wir haben deshalb allen Grund, zuversichtlich nach vorne zu schauen“, sagte der Linde-Chef.
Im vergangenen Jahr war der Konzerngewinn um 16 Prozent auf 653 Millionen Euro gefallen. Der Umsatz sank um 11,5 Prozent auf 11,2 Milliarden, das Betriebsergebnis auf 2,4 Milliarden Euro. Damit habe sich Linde im Krisenjahr wetterfest gezeigt und werde jetzt verstärkt von seiner führenden Position in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitieren, sagte Reitzle und kündigte an, „2010 den Konzernumsatz und das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr zu steigern“. Der Betriebsgewinn werde noch stärker wachsen als der Umsatz. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Das Sparprogramm werde konsequent fortgesetzt, aber der Stellenabbau sei abgeschlossen, betonte der Konzernchef.
Großaufträge verschoben
Die wichtigste Sparte, das Gasegeschäft, soll 2010 sogar das Rekordergebnis von 2008 übertreffen. Linde sei in den Wachstumsmärkten in China, Süd- und Ostasien, Mittlerer Osten und Osteuropa „im Gasegeschäft die klare Nummer eins“, erklärte Reitzle. In Asien boome die Nachfrage. In der Stahl- und Chemieindustrie rechne er dieses Jahr mit einer Belebung. In der Lebensmittelindustrie und in der Medzin wachse die Nachfrage konstant.
In der kleineren, aber schwerer gebeutelten Sparte Anlagenbau profitiere Linde von seinem hohen Auftragsbestand und rechne mit einer stabilen Geschäftsentwicklung in den nächsten zwei Jahren. Der 2009 um 23 Prozent eingebrochene Umsatz werde im laufenden Jahr zumindest dieses Niveau halten, sagte Reitzle. Zwar könnten Kunden weitere Großaufträge verschieben, aber im Mittleren Osten, China und Indien stiegen die Investitionen.
Kleinere Zukäufe ohne Kapitalerhöhung geplant
Nach dem „schwierigsten Jahr in sechs Jahrzehnten“ blicke Linde „selbstbewusst und zuversichtlich in die Zukunft“, aber wegen der konjunkturellen Unsicherheiten nicht „übertrieben optimistisch“, sagte der Konzernchef. Er habe einige kleinere Übernahmen, „aber keine Großaquisition auf dem Radarschirm“. Für eine Kapitalerhöhung gebe es keinerlei Bedarf. Die Schulden, die Linde bei der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC im Jahr 2006 gemacht hatte, konnten im vergangenen Jahr von 6,4 auf 6,1 Milliarden Euro gesenkt werden.
Als Dividende will Linde unverändert 1,80 Euro je Aktie ausschütten. Die Hauptversammlung findet am am 12. Mai statt.
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